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Hans Rosenfeld

Hans Rosenfeld

Herr Hans Rosenfeld, geboren im Mai 1926 in Schopfloch, verstarb am 9. Januar 2015 an den Folgen seiner schweren Krankheit in New York.

 

Hans Rosenfeld, Sohn einer jüdischen Fabrikantenfamilie, verließ in Folge der politischen Situation 1934 gemeinsam mit den Eltern Schopfloch.

Nach kurzer Zwischenzeit in Neumarkt in der Oberpfalz flohen sie vor der Bedrohung durch die Nazis von Hamburg aus 1937 nach Argentinien.

Hier studierte Hans Rosenfeld Jura und Wirtschaftsingenieurwesen. In Argentinien erhielt er einen Deutschen Pass, mit welchem es ihm erst möglich war, Mitte der 1950er Jahre auszureisen und des Berufs wegen in die USA zu gehen, wo er nach 5 Jahren die amerikanische Staatsbürgerschaft erhielt.

 

In New York arbeitete er bis 1972 in einer Recycling-Firma und leitete anschließend bis 1995 eine Reiseagentur.

 

 

Hans Rosenfeld war viermal verheiratet. Aus erster Ehe hatte er eine Tochter.

 

Hans Rosenfeld hatte es sich zur Aufgabe gemacht, jungen Menschen zu erklären, dass Toleranz und Aufgeschlossenheit unabdingbare Voraussetzungen für ein friedliches Miteinander auf dieser Welt sind. Anhand seiner eigenen Geschichte, der Emigration vor den Nazis, dem unsäglichen Leid, das den Juden zugefügt wurde, seinem verständlichem Bruch mit allem Deutschen und letztendlich seinem „coming out“, seinem Erlebnis mit einem deutschen Kapitän, das ihn bewog, seine Haltung gegenüber Deutschland und seinen Bürgern zu ändern, konnte er bei seinen vielen Vorträgen, die er während seiner Besuche in Deutschland hielt, nicht nur Interesse wecken, sondern durch seine Glaubwürdigkeit erreichte er auch alle mit seiner Botschaft von Versöhnung, Toleranz, Aufgeschlossenheit und friedlicherem Miteinander.

 

Für dieses gerade in der heutigen Zeit wichtige Engagement wurde ihm im Januar 2005 in seiner Heimatstadt New York der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

 

Seit 1986 kam er regelmäßig zweimal im Jahr für mehrere Wochen nach Deutschland und nahm seine Vortragstätigkeit an mittelfränkischen Schulen auf. Hans Rosenfeld setzte sich in seiner alten Heimat für jüdische Kulturpflegeprojekte ein. Sehr am Herzen lag ihm u. a. die Dokumentation des Schopflocher Judenfriedhofes, wo auch heute noch das Grab seiner Großeltern zu sehen ist.

 

Noch im Herbst 2014 besuchte Hans Rosenfeld seinen Geburtsort Schopfloch.

 

Wir haben mit Hans Rosenfeld einen guten Freund verloren. Immer in Erinnerung wird sein Engagement für die Versöhnung bleiben.

 

Wir werden ihn in dankbarer Erinnerung bewahren.

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